Zeit mit meinem Patenkind

„Hast du mal Zeit, damit ich mit dir nach Schweden gehen kann?“ fragte mich mein Gottenkind. Wie schön, dachte ich – und wie praktisch, dass ich Hilfe bekomme für die anstehenden Arbeiten, den Wintergarten einzurichten und Weihnachten vorzubereiten!

Time with my godchild

„Do you have some time to spend with me in Sweden?“ asked my godchild. How lovely, I thought – and how practical to have helping hands for decorating the sun lounge and the the Christmas-preparations!

Fotos by Elisa und Ursula

21.11.19

Nach der üblichen, sich in die länge ziehenden, Anreise, kamen wir um 17.30 h im stockdunkeln Lysekil an, wo wir schnurrstracks ins Strandflickorna gingen, dessen Kühlschrank nicht leer war. Danach rollten wir unsere Koffer durchs ganze Dorf und kamen in eine gut geheizte Wohnung  und konnten mit Freunde feststellen, dass die Letzten die hier waren, einen sehr guten Job beim Weggehen gemacht haben.

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22.11.19

Mit dem Bauen ist es ja immer so: es läuft nie nach Plan. So werden jetzt gerade in der Woche, da wir hier sind, alle Reperaturarbeiten, die die GU noch ausführen muss, gemacht und der Wintergarten gebaut! Nun, immerhin ist es schön zu sehen, wie etwas entsteht. Mein Gottenkind und ich erhalten eine sehr gute Vorstellung, wie wir den Wintergarten möblieren können (mit meist vorhandenen Möbeln, die so nicht mehr dauernd festgezurrt werden müssen, wenn der Wind etwas mehr bläst als üblich). Langsam wird das Projekt „Stenbrottet“ ein Projekt der Familie und Zugewandten ;)

Unser heutiger Tag war alles Andere als grau und das trotz Regen und tiefhängender Wolken. Zuerst tranken wir Tee im „Te och Kaffe Companiet“. Elisa sah eine Guitare an der Wand und da ich eine Frau der Tat bin, organisierte ich sofort ein Konzert für sie. Morgen wird sie um 12.30 eine halbe Stunde im Café singen und wird sogar bezahlt – wenn auch mein Gagendeal etwas mager war (2 Gratis-Tees, aber immerhin!). Unsere nächste Station nach diversen Einkäufen war das Café Kungsgatan, wo wir das Mittagsmenu assen und einen netten Herrn baten, Elisas Ansprache für morgen auf Band zu reden – wir wollen ja freundlich sein – und sie wird das heute noch auswendig lernen!

Danach ging’s natürlich wie immer ins Mix Interiör , wo ich wie jede Saison neue Dekosachen kaufte, aber v.a die Tischdeko für Görans Weihnachtsessen (Schwedisches Julbord) fürs Geschäft, derweil Zanny und Lulu zuhause das Menu schon probegekocht haben.

Und nun wird Elisa Ente kochen – daran wage ich mich nun wirklich nicht – und ich freue mich, schon wieder eine Köchin zu Besuch zu haben!

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23.11.19

Nachdem sie am Morgen noch schnell einen Pick aus einem Milchflasche-Deckel gebastelt und einmal ihren Text gelesen hat, zogen wir los. Der Ansturm war leider nicht so gross wie erwartet, die Werbung setzte ja erst gestern Abend ein. Aber die Leute waren entzückt, v.a. der Restaurantbesitzer war hingerissen. Und der Milchschäumer erst, der pfiff vor Begeisterung (hört selbst auf dem Video!).

So meisterte Elisa also ohne Vorbereitung, ohne Schwedisch, mit einer fremden Guitare ihren ersten Auftritt in Schweden und hat schon eine kleine Fangemeinde! Ich überlege mir jetzt, eine Firma SMM (Strub Music Management) zu gründen; die zickigen Künstler machen mir aber noch Sorgen!! Um der Zickigkeit Einhalt zu gebieten, fahren wir jetzt zur Fika nach Röe Gård!

Filmqualität hat nichts mit der Musik zu tun 😉

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24.11.19

Wieder grau, trüb und schon am Mittag Dämmerung! Gut, dass auch Elisa die Vorzüge dieses Wetters sieht. Das Frühstück war nicht ganz so schnell wie  geplant. Wir tranken frisch gebrühten Kaffee mit dem Moccamaster – die Filterkaffeemaschine, der Schweden  am Meisten vertraut, Nespresso ist zwar auch in Schweden, aber irgendwie hält die grosse Kaffeetrinker-Nation Schweden es mit der Tradition und so schwelge ich Morgen für Morgen in der Nostalgie. Dazu gab es wie seit 2 Wochen, seit ich von meiner Tochter einen alten Stand-Mixer erhalten habe, einen Früchte-Gemüse-Ingwer-Smoothie. Nein, ich bin auch nach so einem Energieshot nicht fit, zuerst muss ich immer noch den Haushalt in Ordnung bringen, was einer 30-jährigen zuweilen nicht ganz verständlich ist – einigen Ü50 übrigens auch nicht! Aber danach war ich fit genug, um mit Elisa zum Naturreservat Gullmarsskogen zu gehen. Dort hat es eine „Waldhütte“ mit Sauna und heute hatten sie Waffeln (mit Schlagrahm und Marmelade – des Schweden liebstes Fika neben der Zimt- oder Kardamonschnecke. Die Waffeln und der Spaziergang waren zauberhaft und nun sind wir dran, für die besten Nachbarn ever Abendessen zu kochen. Ich koche immer mitteleuropäisch, wenn sie kommen, was sie sehr schätzen.

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Impressionen aus dem Gullmarnsskogen

25.11.19

Nach einem besonders guten Frühstück brachen wir nach Göteborg auf, um einige Dinge einzukaufen, die es „auf dem Land“ nicht gibt. V.a. eine gute Guitare wollte Elisa haben und avisierte schnurrstracks ein Musikgeschäft. Schnell wurde sie fündig, mit der schönsten Guitare ever. Um den Tag auch für mich abzurunden, besuchten wir noch das Glashaus der Gartenvereinigung.

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26.11.19

Dieses Wetter soll nun schon seit mind. 3 Wochen anhalten. Man stelle sich jetzt vor, wie sich das für Schweden, die in den kleinen, herzigen Häuschen mit tiefhängenden Decken und kleinen Fenstern leben, anfühlen muss. Görans Cousine sagte mir mal vor über 20 Jahren, sie freue sich jedes Jahr wie verrückt auf den Deko-Start für den Advent, dann gäbe es wieder etwas Licht. Diese Aussage hat mich seither immer begleitet und ich warte und warte mit der Beleuchtung, bis zu unserem Hochzeitstag, dem 1. Dezember. Aber dann gibt es kein Halten mehr! Aber in diesen Wochen bin ich nicht mal traurig, dass sich so viele nicht mehr daran halten, v.a. die Strassen sind schon wesentlich festlicher in dieser Dauerdämmerung, die überlagert wird vom schlechten Wetter! Und ich frage mich manchmal, wie ich das wohl dauerhaft ertragen würde. Aber eben, davon ist nicht die Rede und so kann ich jeder Wetterlage hier etwas abgewinnen, sei es nur, dass die ausgewechselten Holzpaneele auf dem Balkon schneller verwittern und sich den andern angleichen!!

Am Abend nach unserem Spaziergang im strömenden Regen zum Havetshus (Meer-Haus mit Aquarium) haben wir die Weihnachtsdeko gemacht. Das Raufmachen ist immer mega mühsam, aber danach: himmlisch!

Danach übertraf sich Elisa mit typisch schwedischem Essen: Seelachs und Grünkohl mit Reis. Ich avanciere zur Zubringerin!

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27.11.19

letzter Tag im Regen! In der Tat, es könnte einem anhängen,  würde man immer hier leben! Aber so ist es einfach „another day in paradise“. Man findet auch bei Regen so einiges zu sehen! Heute hatten wir einen straffen Tag. Und da flatterte uns noch eine Blaumeise in die Wohnung und verletzte sich, weil sie gegen jede Scheibe flog. Aber nach unserer Hingabe, erholte sie sich wieder und flog von dannen.

Und putzen kann man ja inhouse. Denn auch das ist heute angesagt und ist mit Abstand das Schrecklichste hier oben, dieses Kommen und Gehen! Aber jede Medaille hat eben 2 Seiten! Nun ist aber fast alles fertig, sogar der Keller ist wieder ordentlich, nachdem wir alle Schachteln wieder ordentlich verstaut haben. Und morgen um 9.10 h heisst es dann schon wieder: Hejdå. Gut kann ich denken, dass ich an Weihnachten wieder kommen kann. Dann für einen Monat.

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und zum Schluss nochmals „Blowing in the wind“ mit Elisas neuer Guitare. Hört ihr den Unterschied?